Rainer Maria Rilke Die Aufzeichnungen Des Malte Laurids Brigge spätestens 2023

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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge – Wikipedia

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge ist welcher Titel eines 1910 veröffentlichten Romans in Tagebuchform vonseiten Rainer Maria Rilke. Der Roman wurde 1904 in Rom angefangen darüber hinaus reflektiert darunter anderem die ersten Eindrücke eines Paris-Aufenthaltes des Autors vonseiten 1902/03. Das 1908–1910 in Paris vollendete Werk erschien 1910 darüber hinaus blieb Rilkes einziger Roman.

Inhalt, Interpretationsansätze darüber hinaus Bewunderung

Aufbau

Das Werk, dasjenige gegenseitig wie erstes binnen welcher deutschen Literatur größt… vom realistischen Roman des 19. Jahrhunderts unterscheidet, kennt keinen Erzähler im herkömmlichen Sinn, verfügt keine kontinuierliche Handlung darüber hinaus besteht jeder 71 Aufzeichnungen, die oft Prosagedichten ähneln darüber hinaus mehr und mehr unverbunden aufeinander nachsteigen. Rilke unter ferner liefen nannte dasjenige Werk immer „Prosabuch“ darüber hinaus zu keiner Zeit Roman. Dieser Umstand verweist gen die Sonderstellung des Werks in welcher deutschsprachigen Literatur. Seine äußere Form bildet dasjenige fingierte Tagebuch einer fingierten Figur namens Malte. Man begegnet ihm in welcher Gestalt des 28-jährigen Tagebuchschreibers jeder einem via ihm aussterbenden Adelsgeschlecht, welcher, hinter dem frühen Tod welcher Eltern heimat- darüber hinaus besitzlos geworden, in Paris wie Dichter zu existieren versucht.

Die fragmentarischen Aufzeichnungen existieren jeder einer assoziativen Folge mehr und mehr eigenwertiger, teilweise schildernder, mitunter erzählender Abschnitte, die keinen durchgehenden Handlungsstrang zeigen, im Gegensatz dazu Gewiss vor dem Hintergrund die inneren Konflikte Maltes gepaart sind darüber hinaus vom Dichter zu einem erkennbaren Daseinsentwurf eingeflochten werden, welcher gegenseitig gemütsarm in drei Teile zusammenballen lässt: 1. Maltes Pariser Erlebnisse, 2. Maltes Kindheitserinnerungen darüber hinaus 3. Maltes Bearbeitung vonseiten historischen Begebenheiten darüber hinaus Geschichten. Die Übergänge im Kontext diesen Teilen sind fließend darüber hinaus mitnichten pedantisch definierbar. Rilke setzt des Weiteren stark schonend zusammenführen fiktiven Herausgeber ein, welcher gegenseitig wohl demzufolge darüber hinaus zu welcher Zeit vor dem Hintergrund unscheinbare Randnotizen detektierbar macht.

Viele Eintragungen welcher Aufzeichnungen sind ihrer Form hinter Prosagedichte, die hinwieder mitnichten arbiträr aufeinander nachsteigen, da ihre Anordnung darüber hinaus die Motive, übergreifenden Prinzipien gehorchend, zusammen verkettet sind: So kommt es näherungsweise im ersten Teil zu einer Konfrontation welcher Pariser Eindrücke via denen jeder welcher Kindheit, wenngleich die motivischen Bindungen welcher subjektiven Darstellung vonseiten Tod, Angst darüber hinaus Krankheit teilweise irrational, teilweise entsprechend verknüpft sind. Der Kontrast, vulgo welcher harten darüber hinaus präzisen Prosa, darüber hinaus die Intensität welcher zusammen verschlungenen Themen darüber hinaus Motive das Licht der Welt erblicken wie die wichtigsten Kompositionsprinzipien dieses neuen Romantypus.

Themenkreise

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge lassen – im Entblößen vonseiten Grunderfahrungen des modernen Daseins – verschiedene Themenschwerpunkte ablesen: Tod darüber hinaus Krankheit, Angst darüber hinaus Verzweiflung, Armut darüber hinaus Elend, Sprache darüber hinaus Wirklichkeit, Schicksal darüber hinaus Leben, Identität darüber hinaus Rollen, Könner darüber hinaus Gesellschaft, Liebe darüber hinaus Einsamkeit, welcher einzelne Mensch darüber hinaus Gott. Malte nimmt gegenseitig im Vorhinein, all sie Komplexe (die er hinwieder mitnichten so immens benennt) anderenfalls zu durchdenken darüber hinaus im Alleingang begreiflich zu entwerfen.

Die Großstadt wie Zentrum des Fortschritts

Der Roman beginnt im Paris des Fin de siècle via den Aufzeichnungen des jungen Malte, welcher die zu der Zeit drittgrößte Stadt welcher Erde vorfindet, als er vulgo London darüber hinaus New York hätte vorfinden fähig sein – mitten unter eines Prozesses welcher Industrialisierung. Diese birgt wie noch Glanz wie vulgo Elend, die alle beide versperrt beieinander liegen fähig sein. Der Fortschritt beruht gen welcher Technisierung, die in welcher damaligen Zeit wieder und wieder via Anonymität darüber hinaus einer dominierend werdenden Disparität im Kontext Arm darüber hinaus Reich assoziiert wurde.

Schon Maltes erste Eintragungen attestieren, als er vonseiten welcher Großstadtrealität, die ihm weitestgehend allseits ihre hässliche darüber hinaus entsetzliche Seite darzubieten scheint, fassungslos wird:

„So, demzufolge hierher eintrudeln die Leute, um zu existieren, ich würde vergleichsweise meinen, es stürbe gegenseitig an diesem Ort. Ich bin ausgewesen. Ich habe gesehen: Hospitäler. Ich habe zusammenführen Menschen gesehen, dieser schwankte darüber hinaus umsank. Die Leute versammelten gegenseitig um ihn, dasjenige ersparte mir den Rest. Ich habe eine schwangere Frau gesehen. Sie schob gegenseitig gefährlich an einer hohen, warmen Mauer vorwärts, hinter welcher jene manchmal tastete, als um gegenseitig zu überzeugen, ob jene vor … da sei. Ja, jene war vor … da. Dahinter? […] Die Gasse begann vonseiten allen Seiten zu schnuppern. Es roch, soviel gegenseitig unterscheiden ließ, hinter Jodoform, hinter dem Fett vonseiten pommes frites, hinter Angst. Alle Städte schnuppern im Sommer. Dann habe ich ein befremdend starblindes Haus gesehen, es war im Plan mitnichten zu ausfindig machen, im Gegensatz dazu mit Hilfe von welcher Durchlauf stand vor … höchst leserlich: Asyle de nuit. Neben dem Eingang waren die Preise. Ich habe jene gelesen. Es war mitnichten aufwendig.

Und modern? ein Kind unteilbar stehenden Kinderwagen: es war an Fettsucht leidend, grünlich darüber hinaus hatte zusammenführen deutlichen Ausschlag gen welcher Stirn. Er heilte anscheinend ab darüber hinaus tat mitnichten weh. Das Kind schlief, welcher Mund war schneefrei, atmete Jodoform, pommes frites, Angst. Das war jetzt mal so. Die Hauptsache war, daß man lebte. Das war die Hauptsache.“ (9).

Rilke beschreibt synästhetisch, als welcher ›Geruch‹ welcher Armut darüber hinaus die Bilder des Ekels, welcher Krankheit, des Elends darüber hinaus des Sterbens in den wehrlos ausgesetzten Malte einführen. Dies sind die Gerüche welcher Stadt – darüber hinaus jene erstrahlen den Betrachter zu umstellen (»Die Gasse begann vonseiten allen Seiten zu schnuppern«), gegenseitig zu einer paranoiden Wahnvorstellung zu eichen (»Alle Städte schnuppern im Sommer«). Sie sind welcher Kern welcher Sozialisation darüber hinaus dann unumgänglich (»Das Kind schlief, welcher Mund war schneefrei, atmete Jodoform, pommes frites, Angst«), lassen wie »schlafend eingeatmete« mitnichten anno dazumal ihre Vergegenwärtigung zu, überreichen den Einzelnen welcher völligen Ohnmacht – darüber hinaus dem Kampf wider allesamt anderen, qua »die Hauptsache war, daß man lebte« – wenngleich welcher Wechsel zum unpersönlichen »man« besondere Beachtung verdienstlich. Schon im dritten Teil des Stunden-Buches – »Von welcher Armut darüber hinaus vom Tod« (1903) – fügt Rilke sie Erkenntnisse gemeinsam:

»Da existieren Menschen, weißerblühte, blasse,
darüber hinaus den Löffel abgeben staunend an welcher schweren Welt.
Und weder noch sieht die klaffende Grimasse,
zu welcher dasjenige Gackern einer zarten Rasse
in namenlosen Nächten gegenseitig verunstaltet.

Sie gehn vorbei, entwürdigt vor dem Hintergrund die Müh,
sinnlosen Dingen Taverne Mut zu bewirten,
darüber hinaus ihre Kleider werden verblüht an ihnen,
darüber hinaus ihre ins rechte Licht rücken Hände reifen Tagesanbruch.
Die Menge drängt darüber hinaus denkt mitnichten jene zu pfleglich behandeln,
dennoch jene irgendwas unsicher sind darüber hinaus adynamisch, –
wohl scheue Hunde, sie nirgendwo leben,
gehn ihnen ruhig eine Weile hinter.

Sie sind vorliegen darunter hundert Quäler,
darüber hinaus, angeschrien vonseiten nicht mehr da Stunde Schlag,
rotieren jene desolat um die Hospitäler
darüber hinaus in Geduld üben bang gen den Einlaßtag.«
(Werke 1, 102)

Die Verarbeitung unwürdiger Lebensumstände gedrängter, vonseiten Gerüchen darüber hinaus Aufheben angefüllter Städte, die an Jacob Riis’ How the Other Half Lives. Studies Along the Tenements of New York (1890) erinnert, fokussiert so zusammenführen Prozess zunehmender Entindividualisierung. Werden Einzelne vor … erfasst wie »Abfälle, Schalen vonseiten Menschen, die dasjenige Schicksal ausgespien hat« (Malte, 37), so findet dasjenige betrachtende ›Ich‹, wehrlos darüber hinaus ausgeliefert, vermehrt schier mitnichten etliche ebendiese anderen ›Ichs‹, zu denen demzufolge in welcher Erkenntnis welcher Schicksalsverwandtschaft eine Solidarisierung zuwege bringen könnte, statt dessen steht einer anonymisierten Masse vis-à-vis. Wo demzufolge im Gegensatz dazu einzelne Wesen jeder der Indifferenz heraustreten, da das Licht der Welt erblicken jene wie den Fließbändern anliegend Maschinen (als die Ärzte (48f.)) oder auffallend wohl sintemal ihrer autistischen Nebenwelten darüber hinaus Tics (als welcher ›Hüpfer‹ (56ff.)).

Malte wie beziehungsweise Beobachter darüber hinaus Verfolgter

Statt dessen den Erzähler bleibt wohl dasjenige Beobachten, dasjenige Schauen. Doch dieses Schauen, poetische Forderung darüber hinaus poetologisches Programm parallel, als es die Aufzeichnungen gesamt verwoben, findet gegenseitig abschließend mitnichten etliche ungebrochen, mitnichten etliche wie eine Meisterschaft in welcher Perzeption, die die Kunst welcher Natur imitieren will, statt dessen – das überblicken die Rilke-Interpretationen zunehmend – bereits wie Symptom eines Krankheitsbildes. Das von neuem entstand unteilbar Reflex welcher Notwehr: Wenn Malte in welcher Bibliothèque Nationale benachbart seinem Dichter sitzt (35f.), so ist ihm das Rettung im Vorhinein einer phantasierten Verfolgung, im Vorhinein einer doppelten Paranoia ebenso, dann und nur dann man pedantisch hinschaut: bekanntermaßen im Vorhinein welcher Angst, vonseiten den Elenden welcher Stadt verfolgt zu werden, darüber hinaus im Vorhinein der nach liegenden Angst, unter ferner liefen bereits dem Elend überantwortet zu sein, ein unsichtbares Stigma zu katalysieren, hinter Armut zu schnuppern.

Dennoch bleibt sie Position die einzige, die einzunehmen vor … eventuell ist – wie noch anstelle Malte als anstelle Rilke. Wenn welcher junge Brigge vonseiten gegenseitig unter ferner liefen fordert, er »müsste öffnen zu ackern, derzeit, da ich Sichtung lerne« (21), so steht im Hintergrund immer welcher Zweifel: »[…] darüber hinaus Ausweichlösung werden es mitnichten enträtseln fähig sein. Und werden jene es alles einschließend Sichtung, welches ich da sage?« (121).
Eine Frage, die unteilbar Ambiente, in dem dasjenige nächste Elend im Gegensatz dazu weit in Maßen zu sein scheint, es mitnichten wahrzunehmen, allerdings genehmigt ist. Die Antwort, die sie Frage fordert, gibt Rilke jetzt in den Aufzeichnungen in einer auch schlichten als einzigartigen Weise: Das Abstrakte, dasjenige Metaphorische wird auch konkretisiert als dasjenige Unbelebte. Dagegen wird dasjenige Lebendige, dasjenige Konkrete entrückt darüber hinaus abstrahiert:

»Irgendwo habe ich zusammenführen Mann gesehen, welcher zusammenführen Gemüsewagen im Vorhinein gegenseitig herschob. Er schrie: Chou fleur, Chou-fleur, dasjenige fleur via befremdend trübem eu. Neben ihm ging eine eckige, häßliche Frau, die ihn vonseiten Zeit zu Zeit anstieß. Und dann und nur dann jene ihn anstieß, so schrie er. Manchmal schrie er vulgo für sich, im Gegensatz dazu demzufolge war es ohne Erfolg gewesen, darüber hinaus er mußte von jetzt auf gleich neuerlich rufen, währenddessen man im Vorhinein einem Hause war, was kaufte. Habe ich bereits gesagt, daß er blind war? Nein? Also er war blind. Er war blind darüber hinaus schrie. Ich fälsche, dann und nur dann ich dasjenige sage, ich unterschlage den Wagen, den er schob, ich tue, wie hätte ich mitnichten bemerkt, daß er Blumenkohl ausrief. Aber ist dasjenige hauptsächlich? Und dann und nur dann es vulgo hauptsächlich wäre, kommt es mitnichten darauf an, welches die ganze Sache anstelle mich gewesen ist? Ich habe zusammenführen alten Mann gesehen, welcher blind war darüber hinaus schrie. Das habe ich gesehen. Gesehen.« (41).

Und weil welcher Mann vor … unstet, in dahingestreuter Aufzählung vonseiten Merkmalen beschrieben wird, folgt auf der Stelle im Anschluss die Beschreibung eines Gebäudes:

»Wird man es nicht zweifeln, daß es jene Häuser giebt? Nein, man wird reden, ich fälsche. Diesmal ist es Wahrheit, nix ausgelöscht, bereitwillig vulgo nix hinzugetan. […] Häuser? Aber, um pedantisch zu sein, es waren Häuser, die jeglicher waren. Häuser, die man abgebrochen hatte vonseiten obig solange bis hinab. Was da war, dasjenige waren die anderen Häuser, die danebengestanden hatten, hohe Nachbarhäuser. Offenbar waren jene in Gefahr, umzufallen, seit dem Zeitpunkt man nebenan die Gesamtheit weggenommen hatte; qua ein ganzes Gerüst vonseiten langen, geteerten Mastbäumen war abgeschrägt im Kontext den Grund des Schuttplatzes darüber hinaus die bloßgelegte Mauer gerammt. […] Man sah ihre Innenseite. Man sah in den verschiedenen Stockwerken Zimmerwände, an denen vor … die Tapeten klebten, da darüber hinaus vorhanden den Ansatz des Fußbodens oder welcher Decke. Neben den Zimmerwänden blieb die ganze Mauer vorwärts vor … ein schmutzigweißer Raum, darüber hinaus vor dem Hintergrund diesen kroch in unsagbar widerlichen, wurmweichen, wirklich verdauenden Bewegungen die offene, rostfleckige Rinne welcher Abortröhre. Von den Wegen, die dasjenige Leuchtgas gegangen war, waren graue, staubige Spuren am Rande welcher Decken geblieben, darüber hinaus jene bogen da darüber hinaus vorhanden, allesamt jählings, kreisförmig um darüber hinaus kamen in die farbige Wand hineingelaufen darüber hinaus in ein Loch rein, dasjenige negrid darüber hinaus nicht zimperlich ausgerissen war. Am unvergeßlichsten im Gegensatz dazu waren die Wände unter ferner liefen. Das zähe Leben der Zimmer hatte gegenseitig mitnichten stampfen lassen. Es war vor … da, es hielt gegenseitig an den Nägeln, die geblieben waren, es stand gen dem bandbreiten Rest welcher Fußböden, es war darunter den Anskorrodieren welcher Ecken, wo es vor … ein kaum mürbe Innenraum gab, zusammengekrochen. Man konnte Sichtung, daß es in welcher Farbe war, die es sukzessiv, Jahr um Jahr, verwandelt hatte: Blau in schimmliches Grün, Grün in Grau darüber hinaus Gelb in ein altes, abgestandenes Weiß, dasjenige fault. Aber es war vulgo in den frischeren Stellen, die gegenseitig dahinter Spiegeln, Bildern darüber hinaus Schränken bekommen hatten; qua es hatte ihre Umrisse gezogen darüber hinaus nachgezogen darüber hinaus war via Spinnen darüber hinaus Staub vulgo gen diesen versteckten Plkorrodieren gewesen, die derzeit bloßlagen. Es war in jedem Streifen, welcher abgeschunden war, es war in den feuchten Blasen am unteren Rande welcher Tapeten, es schwankte in den abgerissenen Fetzen, darüber hinaus jeder den garstigen Flecken, die im Vorhinein langer Zeit entstanden waren, schwitzte es jeder. Und jeder diesen breit, umweltbewusst darüber hinaus gelb gewesenen Wänden, die eingefasst waren vonseiten den Bruchbahnen welcher zerstörten Zwischenmauern, stand die Luft der Leben hervor, die zähe, phlegmatisch, stockige Luft, die kein Wind vor … auseinander getrieben hatte.« (41f.)

Und binnen welcher maroden Architektur, wie Erinnerungsfetzen hineingeprägt in dasjenige Steinwerk, zuwege bringen so die Bilder welcher einstigen Bewohner, entsteht dasjenige Elend in seiner schillernden Konkretion gen:

»Da standen die Mittage darüber hinaus die Krankheiten darüber hinaus dasjenige Ausgeatmete darüber hinaus welcher jahrealte Rauch darüber hinaus welcher Schweiß, welcher darunter den Schultern ausbricht darüber hinaus die Kleider gefährlich macht, darüber hinaus dasjenige Fade jeder den Munden darüber hinaus welcher Fuselgeruch gärender Füße. Da stand dasjenige Scharfe vom Urin darüber hinaus dasjenige Brennen vom Ruß darüber hinaus grauer Kartoffeldunst darüber hinaus welcher schwere, glatte Gestank vonseiten alterndem Schmalze. Der süße, längst Geruch vonseiten vernachlässigten Säuglingen war da darüber hinaus welcher Angstgeruch welcher Kinder, die in die Schule auf Schusters Rappen, darüber hinaus dasjenige Schwüle jeder den Betten mannbarer Knaben. Und vieles hatte gegenseitig dazugesellt, welches vonseiten hinab gekommen war, jeder dem Abgrund welcher Gasse, die verdunstete, darüber hinaus anderes war vonseiten obig herabgesickert via dem Regen, welcher mit Hilfe von den Städten mitnichten einwandfrei ist. Und manches hatte die schwachen, friedlich gewordenen Hauswinde, die fortlaufend in derselben Straße ausruhen, zugetragen, darüber hinaus es war vor … vieles da, woraus man den Ursprung mitnichten wußte.« (42)

Die Betrachtung endet jetzt in einer nahezu organisch nachfühlbaren Beschreibung des ›stickigen‹ Ambientes »fortlaufend in derselben Straße« bleibender »Hauswinde«, als bereits im Stundenbuch gegenseitig enträtseln ließ:

»Da aufwachsen Kinder gen an Fensterstufen,
die fortlaufend in demselben Schatten sind,
darüber hinaus über Kenntnisse verfügen mitnichten, daß äußerlich Blumen enden
zu einem Tag betrunken Weite, Glück darüber hinaus Wind, –
darüber hinaus sollen Kind sein darüber hinaus sind bedrückt Kind.«
(Werke 1, 101)

Und im Gegensatz dazu findet gegenseitig an diesem Ort bereits welcher Schriftverkehr zu den Neuen Gedichten, zu jenem Dinggedicht, dasjenige demzufolge (vulgo) via Rilkes Namen untrennbar gepaart sein sollte. Eine schöne Auskleidung dessen bietet vulgo die Beschreibung des Büchsendeckels (144–146), die begleitend wie eine dichterische Reflexion gelesen werden kann. Dem Vorwärts… geht (134–140) – wie weiteres Beispiel anstelle den Blick Rilkes gen seine Mitmenschen – eine Beschreibung eines Nachbarn, welcher gegenseitig vornimmt, seine Zeit im materiellen Wortsinn zu den Gürtel enger schnallen, dadurch er jedwederlei Tätigkeiten gen den geringsten Aufwand auf Sparflamme, demzufolge im Gegensatz dazu zum Ende welcher Woche im Gegensatz dazu erfassen muss, die ihm zur Verfügung gestandene Zeit ausnahmslos allesamt käuflich – so indem er also doch, demoralisiert vonseiten welcher Leichtigkeit, via welcher einem die Zeit vor dem Hintergrund die Hände rinnt, im Bett bleibt darüber hinaus Puschkin darüber hinaus Nekrassow geräuschvoll rezitiert. Denn solo Gedichte sind mustergültig – vulgo das eine poetologische Aussage.

Maltes Kindheit wie Kontrapunkt zum Großstadtleben

Dem verdorbenen darüber hinaus anonymisierten Großstadtleben jetzt steht in den Aufzeichnungen die Kindheit des Malte vis-à-vis, die in zwei großen Passagen (71–106 u. 110–130) darüber hinaus mehreren kleinen Kapiteln aufgesucht wird. Hier auf den Füßen stehen die Aufzeichnungen vor … mehrfach im Gedankenkreis des Stundenbuches. Auf dem Land – qua an diesem Ort wuchs Malte gen – stirbt man vor … zusammenführen ›richtigen‹ Tod:

»Meinem Großvater vor …, dem alten Kammerherrn Brigge, sah man es an, daß er zusammenführen Tod in gegenseitig trug. Und welches war dasjenige anstelle einer: zwei Monate weit darüber hinaus so geräuschvoll, daß man ihn hörte solange bis aufs Vorwerk gen.« (14)

Und Gewiss, benachbart all welcher Kontrastschärfe, via welcher welcher Moloch Stadt hiervon abgefahren wird, bleibt vulgo sie Kindheit unbestimmt: Sie ist in keinster Weise dasjenige üppige Paradies, dasjenige ehemalig unauffindbar wurde, statt dessen vergleichsweise eine letzte Trutzburg, die in maximal Not aufgesucht werden musste.

Autobiografische Züge

Inwieweit des Dichters eigene Kindheit in dem Werk wiedergefunden werden darf, muss offenbleiben. Rilke unter ferner liefen hat gegenseitig mehr und mehr wider eine übermäßig leichtfertige Parallelisierung verwahrt – vulgo dann und nur dann sie wieder und wieder nahezuliegen scheint. Schon die Beschreibung welcher Mutter Maltes, etliche im Gegensatz dazu vor … die welcher Großmutter (98ff.) lassen an diesem Ort Einblicke zu. Offensichtlich ist hinwieder die Verarbeitung welcher vielen darüber hinaus langen Paris-Aufenthalte Rilkes (seit dem Zeitpunkt 1902) in den Aufzeichnungen. Einige Passagen ausfindig machen gegenseitig weitestgehend wortgetreu in Briefen an seine Frau Clara Rilke-Westhoff vorformuliert.

Literarische Einordnung

Rilkes Werk formiert den Beginn einer Betrachtung welcher Wirklichkeit, die in Zügen an die zur übereinstimmen Zeit schreibenden Robert Walser darüber hinaus Franz Kafka wie auch den späteren James Joyce erinnert, dennoch in Technik darüber hinaus Darstellung im Gegensatz dazu gesamtheitlich divergent. Einflüsse welcher Gedichte Baudelaires darüber hinaus welcher Décadence-Literatur sind zuordnungsfähig, auch verwendet Rilke Montagetechniken, dadurch er den Erzähler in Erinnerungen oder Reflexionen bemerken lässt. Draußen ist dasjenige Werk in Tagebuchform angedacht, im Gegensatz dazu die Erzählstruktur ist mitnichten eindimensional, die Eintragungen nachsteigen einer thematisch-motivischen Anordnung darüber hinaus sind nachdem entsprechend oder irrational verknüpft. Ulrich Fülleborn bezeichnet jene wie »Prosagedichte«. Damit kann welcher Roman wie Wegbereiter des modernen Romans repräsentabel werden, ähnlich näherungsweise via Prousts Auf welcher Suche hinter welcher verlorenen Zeit. Ein Begriff, den Ziolkowsky anstelle Joyces’, erstmalig hinwieder benachbart Schnitzler vorfindbaren Bewusstseinsstrom (stream of consciousness) prägte, darf vulgo gen Rilke angewandt werden: Die Welt wird zur »Epiphanie«, zur Offenbarung darüber hinaus zum Immer-schon-Offenbartsein in all ihrem Elend – nur dasjenige Schauen ist zu lernen:

»Denn dasjenige ist dasjenige Schreckliche, daß ich jene erkannt habe. Ich erkenne dasjenige die Gesamtheit an diesem Ort, darüber hinaus danach geht es so Taverne weiteres in mich ein: es ist zu Hause in mir.« (43).

Rezeption

Das Buch wurde in die ZEIT-Bibliothek welcher 100 Bücher darüber hinaus vulgo in die 100 Bücher des Jahrhunderts vonseiten Le Monde aufgenommen.

Übersetzungen

Das Werk wurde schon ein Jahr hinter seiner Veröffentlichung 1911 partiell ins Französische übermitteln. Eine komplette Übersetzung erfolgte 1926 vor dem Hintergrund Maurice Betz. 1927 wurde dasjenige Buch vonseiten Witold Hulewicz ins Polnische, 1930 vonseiten Mary D. Herter Norton ins Englische darüber hinaus 1933 vonseiten Jan Zahradníček ins Tschechische übersetzt. Die überwiegend letzte Übersetzung erfolgte 2017 ins Arabische.[1]

Ausgaben

  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Hg. u. kommentiert vonseiten Manfred Engel. Reclam, Stuttgart 1997, Internationale Standardbuchnummer 3-15-009626-X.
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Hg. u. kommentiert vonseiten Hansgeorg Schmidt-Bergmann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, Internationale Standardbuchnummer 3-518-18817-8 (AusgangspunktBibliothek 17).

Literatur

  • Brigitte L. Bradley: Zu Rilkes Malte Laurids Brigge. Francke, Bern 1980. Internationale Standardbuchnummer 3-7720-1441-0.
  • Hartmut Engelhardt (Hrsg.): Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Materialien. Suhrkamp, Frankfurt 1984, Internationale Standardbuchnummer 978-3-518-38551-7.
  • Dorothea Lauterbach: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. In: Rilke-Handbuch. Hrsg. Manfred Engel, Dorothea Lauterbach. Metzler, Stuttgart 2004, Internationale Standardbuchnummer 3-476-01811-3, Schwefel. 318–336.
  • Huiru Liu: Suche hinter Zusammenhang. Rainer Maria Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. Lang, Frankfurt 1994. Internationale Standardbuchnummer 3-631-45343-4.
  • Helmut Naumann: Gesammelte Malte-Studien. Zu Rilkes „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. Schäuble, Rheinfelden 1993. Internationale Standardbuchnummer 3-87718-818-4.
  • Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Kommentierte Ausgabe, AusgangspunktBibliothek 17, Suhrkamp, Frankfurt 2000 Internationale Standardbuchnummer 978-3-518-18817-0.
  • Dieter Saalmann: Rainer Maria Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, ein Würfelwurf hinter dem Absoluten. Bouvier, Bonn 1975. Internationale Standardbuchnummer 3-416-00977-0.
  • Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Hrsg.): Malte-Lektüren. Thorbecke, Sigmaringen 1997. Internationale Standardbuchnummer 3-7995-2150-X.
  • Anthony Stephens: Rilkes Malte Laurids Brigge. Strukturanalyse des erzählerischen Bewußtseins. Lang, Bern 1974. Internationale Standardbuchnummer 3-261-00888-1.
  • Ralph Olsen: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge vonseiten Rainer Maria Rilke. Identitätsrelevante Grundlegungen welcher Todesthematik jeder wirkungsästhetischer Perspektive. Peter Lang, Frankfurt 2004 Internationale Standardbuchnummer 3-631-52940-6
  • Saint-Hubert: Rainer Maria Rilke et son dernier livre. Schwefel. 34–39, wie Vorwort zu André Gide, Übers.: Les Cahiers de Malte Laurids Brigge (Auszüge). In La Nouvelle Revue Française, No. 31, Juillet 1911. Gallimard, Paris; Reprint Internationale Standardbuchnummer 9782071030568; wie .pdf Internationale Standardbuchnummer 9782072389801 (Schwefel. 39–64)[2]

Weblinks

  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wie Schenke verfügbares E-Book bei dem Project Gutenberg
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge im Volltext benachbart Zeno.org
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge im Projekt Gutenberg-DE
  • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wie freies Hörbuch benachbart LibriVox
  • Rilke.de Ein Großteil vonseiten Rilkes Gesamtwerk Schenke in den Startlöchern
  • „Rilke and his Reviewers. An Annotated Bibliography (1978)“ (Portable Document Format; 5,5 MB) Eine Bibliographie vonseiten zeitgenössischen Rezensionen.

Anmerkungen

  1. Das Buch, dasjenige ein Jahrhundert zu tardiv kam. In: Fann Magazin. Abgerufen am 21. Februar 2018. 
  2. Online benachbart frz. Wikisource (wohl welcher Rilke-Text)

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Rilke: «Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge»

Von einigen wie welcher erste (Großstadt-)Roman welcher Moderne bezeichnet, stellt dasjenige fingierte Tagebuch des Malte Laurids Brigge dasjenige extra längere Prosawerk des Dichters Rilke dar. Bis inzwischen ein Meilenstein welcher modernen Literatur, Neben… sintemal seiner einprägsamen Bildsprache, welcher geheimnisvollen Aura darüber hinaus welcher vielen stofflichen Verweise, die den Leser im Vorhinein große Herausforderungen stellt.

Das Buch gibt es z.B. an diesem Ort: https://www.suhrkamp.de/buch/rainer-maria-rilke-die-aufzeichnungen-des-malte-laurids-brigge-t-9783458323303

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