Ablauf#Duenkirchen-1940-Warum-Hitler-Die-Briten-Entkommen-Liess spätestens 2023

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Der Ablauf der Evakuierung von Dünkirchen im Jahr 1940 war ein wichtiger Teil des Zweiten Weltkriegs. Am 26. Mai 1940 begann die deutsche Wehrmacht mit einer groß angelegten Offensive in Nordfrankreich, bekannt als die Schlacht um Dünkirchen. Die Alliierten waren auf der Flucht und die deutschen Truppen waren kurz davor, sie einzukreisen.

Da die alliierten Kräfte jedoch über eine gute Seestreitmacht verfügten, entschied Hitler, sie entkommen zu lassen, um ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Er befahl der deutschen Kriegsmarine, eine Seeblockade zu errichten, um die Alliierten zu zwingen, sich zurückzuziehen. Am 4. Juni 1940 begannen die alliierten Truppen mit der Evakuierung. Innerhalb von neun Tagen wurden über 338.000 Soldaten und Zivilisten auf 861 Schiffen nach Großbritannien evakuiert.

Hitler ließ die Alliierten entkommen, um ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Er wollte auch verhindern, dass die Alliierten eine zusätzliche Streitmacht in Großbritannien aufbauen konnten, um den Krieg zu gewinnen. Es war eine sehr riskante Entscheidung, aber sie hat sich am Ende als richtig erwiesen.

Schlacht von Dünkirchen

Schlacht von Dünkirchen

Der Verlauf von Fall Gelb vom 21. Mai bis zum 4. Juni 1940
Datum 26. Mai bis 5. Juni 1940
Ort Dünkirchen, Frankreich
Ausgang Deutscher Sieg, Evakuierung der alliierten Truppen
Konfliktparteien

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Dritte Französische Republik Frankreich
Belgien Belgien

Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Befehlshaber

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lord Gort
Dritte Französische Republik Maxime Weygand

Deutsches Reich NS Gerd von Rundstedt
Deutsches Reich NS Fedor von Bock

Truppenstärke
ca. 400.000
338.226 evakuiert
ca. 800.000
Verluste

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 68.111 Gefallene, Verwundete und Gefangene,
2472 Geschütze
63.879 Fahrzeuge, darunter fast alle Panzer
Dritte Französische Republik Tote und Verwundete unbekannt,
115.000 Gefangene (80.000 in Dünkirchen 35.000 im Kessel von Lille)
Belgien rund 5000 Tote und rund 500.000 Gefangene (durch Kapitulation am 28. Mai)
Alliierte See- und Luftstreitkräfte:

  • 9 Zerstörer
  • über 200 Seefahrzeuge
  • 177 Flugzeuge

ca. 20.000 Gefallene und Verwundete (Schätzung)
über 100 Panzer (Schätzung)
132 Flugzeuge

Die Schlacht von Dünkirchen fand im Mai und Juni 1940 im Zuge des Westfeldzugs während des Zweiten Weltkrieges statt. Während des deutschen Westfeldzugs war die nordfranzösische Stadt Dünkirchen der letzte Evakuierungshafen der British Expeditionary Force, die 1939/1940 in Frankreich als Teil der zunächst defensiven Strategie der Westalliierten eingesetzt worden war. Es gelang den Briten und Franzosen, den Brückenkopf so lange zu verteidigen, bis sie über 330.000 von etwa 370.000 ihrer Soldaten in der Operation Dynamo evakuiert hatten. Die Einnahme der Stadt durch die deutsche Wehrmacht erfolgte am 4. Juni.

Ausgangslage

Trotz Warnungen hoher Offiziere befahl Adolf Hitler am 10. Mai 1940 den Angriff auf die Beneluxländer und Frankreich („Fall Gelb“). Dabei rückten im Norden die Heeresgruppe B unter Generaloberst Fedor von Bock durch Belgien und die Niederlande vor.

Nach dem für die Alliierten überraschenden Vorstoß der deutschen Heeresgruppe A unter Gerd von Rundstedt über die Ardennen und der Erzwingung des Übergangs über die Maas bei Sedan (→ Schlacht von Sedan) erreichten Panzerverbände unter General Ewald von Kleist am 19. Mai den Schauplatz der Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig setzte die Heeresgruppe B im Norden ihren Vormarsch durch Belgien fort. Aufgrund des deutschen Durchbruchs im Süden ordnete der Oberbefehlshaber der alliierten Nordgruppe Gaston Billotte, dem die britischen und belgischen Armeen unterstellt waren, am 16. Mai einen Rückzug von der Dyle-Linie zur Schelde an. Hitler und die Generäle der Wehrmacht waren von der Schnelligkeit des Vormarsches ihrer Verbände überrascht. Durch den Vorstoß des XIX. Armeekorps der Panzergruppe Kleist unter Heinz Guderian zeichnete sich am 18. Mai ab, dass die Hauptstoßrichtung des Angriffs der Heeresgruppe A weder die Maginot-Linie im Südosten noch Paris im Süden war: Guderian rollte nach Westen, in Richtung Atlantikküste.

Da sich im Süden die französische 3. Heeresgruppe weitgehend auf eine Verteidigung der Somme-Linie beschränkte, entblößte sie dadurch die südwestliche Flanke der alliierten nördlichen Heeresgruppe. Damit wurde deutlich, dass das Britische Expeditionskorps (BEF) unter Lord Gort, die belgische Armee und die französische 1. Armee und 7. Armee von der französischen Hauptstreitmacht im Süden getrennt werden könnten. Den deutschen Panzerdivisionen stand der Weg zum Aufrollen der rückwärtigen Gebiete der alliierten Nordgruppe und zur Eroberung der Kanalhäfen Calais und Boulogne offen. Am 19. Mai begann die Royal Navy im Auftrag des englischen Kriegskabinetts unter Winston Churchill und einem Vorschlag Lord Gorts folgend mit der Vorbereitung einer Rettungsaktion. Mit den Planungen wurde Vice-Admiral Bertram Ramsay betraut, man rechnete in der Planungsphase mit der Evakuierung von 300.000 Soldaten.

Versuche, die Lücke zwischen der Somme im Süden und der Scarpe im Norden, durch die die deutschen Panzerverbände vordrangen, zu schließen, blieben ebenso erfolglos wie ein britisch geführter Gegenangriff bei Arras am 21. Mai, bei dem die letzten Panzerreserven der Nordarmee verbraucht wurden. Bereits am 20. Mai hatte die 2. Panzer-Division des XIX. Armeekorps die Kanalküste bei Abbeville erreicht. Damit war die alliierte Nordgruppe mit rund 1.200.000 Mann (63 Divisionen: 29 französische, 22 belgische und 12 britische) durch die Heeresgruppe A im Süden und die Heeresgruppe B im Osten zwischen der Somme und dem Meer eingeschlossen. Auf deutscher Seite fiel nun die Entscheidung, nach Norden zu drehen, um den Einschließungsring enger zu ziehen und die Kanalhäfen einzunehmen.

Lord Gort musste eine Entscheidung treffen: entweder den französischen Verbündeten im Kampf beizustehen und die Hauptstreitkraft Großbritanniens aufs Spiel zu setzen oder aber zu versuchen, über die See zu entkommen. Obwohl er damit den Interessen der ihm übergeordneten französischen Armeeführung zuwiderhandelte, schlug er dem britischen Kriegsminister Anthony Eden per Telegramm vor, eine Evakuierung zu versuchen. Gort ließ dennoch den französischen Oberkommandierenden Maxime Weygand über mehrere Tage in dem Glauben, dass sich britische Truppen an einer Doppeloffensive zur Wiedervereinigung der Nordgruppe mit den französischen Hauptkräften, durch die die deutschen Panzerdivisionen ihrerseits von ihren Verbindungen abgeschnitten worden wären, beteiligen würden.

Zwei Millionen belgische und acht Millionen französische Zivilisten waren auf der Flucht vor der deutschen Wehrmacht und behinderten die Beweglichkeit der alliierten Armeen.

Haltebefehl

Am 22. Mai starteten die Panzer Guderians den Angriff in Richtung Calais und waren am 24. Mai nur 18 Kilometer von Dünkirchen entfernt. Unerwarteterweise ließ von Rundstedt, bestätigt durch Hitler bei einem Frontbesuch am selben Tag, die Panzer anhalten. Derartige Haltebefehle hatte es im Verlauf des Westfeldzuges schon zuvor gegeben, zuletzt am 17. Mai. Sie waren als Pause für die oft ohne ausreichende Begleitmaßnahmen vorangeeilte Panzerspitze gedacht, um sich mit den übrigen Truppenteilen zu konsolidieren. Auch bestand die Befürchtung, dass eine koordinierte Aktion der Engländer im Norden und der Franzosen im Süden die Panzerspitze einschließen könnte. Dass die letzten britischen Kampfpanzer längst bei Arras abgestellt waren, wusste von Rundstedt nicht. Generalfeldmarschall Hermann Göring kündigte außerdem an, die Truppen allein durch Luftangriffe zu vernichten. Von Rundstedt kam dieser Vorschlag entgegen, da er die Panzer für die bevorstehende Schlacht um Frankreich („Fall Rot“) schonen und den durch den raschen Vormarsch erschöpften Truppen eine Ruhepause gönnen wollte.

Die Gründe für den Haltebefehl vom 24. Mai werden bis heute kontrovers diskutiert. Einige Historiker führen diesen auf die bloße Exzentrik Hitlers zurück, er habe sich als Führer gegenüber der Heeresleitung als oberste Autorität behaupten wollen. Dass er deswegen einen sicheren militärischen Triumph opfern würde, ist aber unwahrscheinlich. Andere Erklärungsversuche bzw. Thesen (Beispiel: die eingeschlossenen britischen Truppen könnten als Unterpfand für eventuelle Friedensverhandlungen mit den Briten dienen) gelten als ähnlich unwahrscheinlich.

Zu von Rundstedts Verwunderung wurden auf einen Befehl des Generalobersten Walther von Brauchitsch, des Oberbefehlshabers des Heeres, die Panzer im Süden und Südwesten des Einschließungsrings dem Befehl der Heeresgruppe B unterstellt, um die an der Einkesselung des Feindes beteiligten Truppen unter ein gemeinsames Oberkommando zu stellen. Diese Heeresgruppe, die sich von Osten näherte und die belgische Armee nach Norden abdrängte, verfügte bis dahin nur über die 9. Panzer-Division. Die Heeresgruppe A sollte sich jetzt mit ihren anderen Armeen (2., 12. und 16.) auf die Sicherung der Somme-Aisne-Linie konzentrieren, was eine durchaus sinnvolle Maßnahme des OKH war, doch hatte von Brauchitsch diesen Befehl ohne Kenntnis und Genehmigung von Hitler erteilt. Hitler machte diesen Befehl, der am selben Abend um 20 Uhr in Kraft treten sollte, sofort rückgängig: Die Heeresgruppe B werde in diesem Abschnitt auch ohne Panzer zurechtkommen. Hitler brüskierte von Brauchitsch außerdem dadurch, dass er die weitere Operationsführung der Heeresgruppe A übertrug und somit das OKH zeitweise entmachtete. Dies trug zusätzlich zur Verwirrung über die Stoßrichtung der westlich des Flusses Aa liegenden deutschen Panzerverbände bei.

Ablauf

Eingeschlossene alliierte Kräfte

Belgische Armee (kapituliert bereits am 28. Mai)

  • 18 Divisionen

Brit. I. Corps, Lieutenant General Michael Barker

Brit. II. Corps, Lieutenant General Alan Brooke

Brit. III. Corps, Lieutenant General Sir R. F. Adam

Französische 1. Armee, General Georges Blanchard

  • III., IV. und V. Korps
  • Französische 60. und 68. Division

Verteidigungsring

Lord Gort und die französische 1. Armee unter Befehl von General Blanchard hatten nun vom 24. bis 27. Mai die Möglichkeit, einen Verteidigungsring um Dünkirchen zu errichten. Das schlechter werdende Wetter erschwerte den Einsatz der deutschen Luftwaffe und war somit ein Vorteil für die Alliierten.

Am 25. Mai wurde Boulogne von der 10. Panzer-Division, die zum XIX. Armeekorps Guderians gehörte, eingenommen. Zwei britische Divisionen konnten dort zuvor über den Seeweg entkommen. Der französische Zerstörer Chacal sank nach einem Luftangriff durch Junkers Ju 87 Sturzkampfbomber (Stukas) der Luftwaffe. Auch in Calais befanden sich britische Truppen, auf deren Evakuierung aber verzichtet wurde. Sie sollten die Zitadelle im Hafen so lange wie möglich halten. Am Morgen des 26. Mai wurde der Hafen von Stukas und Artillerie angegriffen. Gegen Mittag setzten die Panzer der 10. Panzer-Division zum Angriff an. Um 16:45 Uhr kapitulierten 20.000 alliierte Soldaten, davon etwa 5.000 Briten.

Am selben Tag wurden die deutschen Panzer vor Dünkirchen wieder eilig in Bewegung gesetzt, als sich eine umfangreiche Rettungsaktion (→ Operation Dynamo) abzeichnete.

Die belgische Armee im Norden näherte sich bereits dem Zusammenbruch und teilte am 26. Mai den Alliierten mit, dass sie nicht alleine imstande sei, die Lücke zu schließen, die sich zur BEF im Raum Courtrai gebildet hatte.

27. und 28. Mai

Am 27. Mai war der Verteidigungsring um Dünkirchen hart umkämpft. Im Westen wurden französische Verbände über die Aa zurückgedrängt. Die Panzer des XIX. Armeekorps drangen wie Speerspitzen durch die Front, mussten aber immer wieder auf nachrückende Infanterie zur Absicherung der Flanken warten. Der Frontverlauf war unregelmäßig.

Im Südwesten konnte die 2. Division der BEF den Bassée-Kanal bis zum 28. Mai gegen die 7. Panzer-Division General Erwin Rommels halten. Die Alliierten verfügten hier über keinerlei panzerbrechende Waffen, von den 400 Panzern Rommels gingen dennoch 22 verloren. Danach zogen sich die Briten nach Norden auf die Lys zurück.

Im Osten wurde der Ypern-Komen-Kanal gegen die anrückende Infanterie der Heeresgruppe B bis zum 28. Mai gehalten. Der Kanal war bereits am 27. Mai erstmals von deutschen Grenadieren überschritten worden, wurde in der darauffolgenden Nacht jedoch zurückerobert; beide Seiten erlitten dabei starke Verluste. Durch diese Maßnahmen wurde es möglich, die schlecht bewaffneten und für den Kampfeinsatz unzureichend ausgebildeten Truppen der britischen 23. und 46. Division aus dem Korridor nach Dünkirchen zu bringen.

Am 28. Mai um 00:00 Uhr kapitulierte auf Befehl des belgischen Königs Leopold III. die im Kessel von Dünkirchen eingeschlossene belgische Armee (22 Divisionen mit ca. 500.000 Mann). Damit war die östliche Flanke gegen die Heeresgruppe B entblößt. Die Verteidigungslinie fiel bis zum 29. Mai auf einen Kanal etwa 15 Kilometer südlich von Dünkirchen zurück. Der Einbruch des östlichen Abschnittes war damit verhindert.

Am Nachmittag des 28. Mai erfuhr General Blanchard durch Lord Gort persönlich von der Weisung Edens, die britischen Truppen von Dünkirchen aus zu evakuieren. Blanchard wollte einen Brückenkopf halten und bis Lille erweitern. Große Teile der französischen 1. Armee wurden im Kessel von Lille eingeschlossen und leisteten noch bis zum 31. Mai Widerstand (dort kapitulierten dann 35.000 Franzosen), der Teile der deutschen Truppen band. Das III. Korps der 1. Armee schlug sich nach Dünkirchen durch und nahm an der Evakuierung teil.

29. und 30. Mai

Britische Truppen und Reste der französischen 1. Armee konnten einen Abschnitt westlich von Dünkirchen bei Mardyck entlang eines Kanals bis kurz vor Nieuport stabilisieren und zwei Tage lang halten. Die deutschen Panzer wurden bereits im von der Luftwaffe sturmreif gebombten Hafen von Dünkirchen erwartet. Sie umgingen stattdessen die Stadt im Süden, um die Aktionen der Luftwaffe nicht zu behindern.

Lord Gort wurde von Winston Churchill durch einen direkten Befehl nach England beordert, um nicht in deutsche Gefangenschaft zu geraten. Zu seinem Nachfolger als Oberbefehlshaber des BEF bestimmte Gort Generalmajor Harold Alexander, der gemeinsam mit Admiral Jean Abrial, dem französischen Stadtkommandanten von Dünkirchen, den Verteidigungsring um Dünkirchen so lange wie möglich halten sollte. Inzwischen hatten sich auf der Südseite des Kanals die Panzer der Heeresgruppe A mit der Infanterie der Heeresgruppe B vereinigt.

31. Mai bis 3. Juni

Am 31. Mai wurde die vorletzte Verteidigungslinie vermutlich an mehreren Stellen überschritten. Die Panzer beteiligten sich nicht an diesem Vorstoß, sie wurden bereits nach Süden für die Schlacht um Frankreich abgezogen.

Die deutsche Artillerie hatte nun die schweren Geschütze bei Gravelines im Westen und Nieuwpoort im Osten erobert und belegte von dort aus die Hafeneinfahrt und große Teile der An- und Abfahrtsrouten mit Störfeuer. Auch der Hafen und die Stadt Dünkirchens lagen unter Artilleriefeuer. Französische und englische Truppen zogen sich auf die letzte Verteidigungslinie, einen fünf Kilometer breiten Streifen zwischen De Panne und Dünkirchen, zurück. Dabei wurde die britische Nachhut mehr und mehr durch Franzosen ersetzt, welche nicht daran dachten, ihr Land zu verlassen. Der Großteil dieser Nachhut geriet noch am 3. Juni in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Bis zum Morgen des 4. Juni bestiegen alliierte Soldaten Seefahrzeuge aller Art. Dann erst wurde Dünkirchen durch das Infanterie-Regiment 54 unter Oberst Hermann Recknagel erobert, der dafür zwei Monate später das Ritterkreuz erhielt. Der Generalstabschef des Heeres, General Franz Halder, schrieb in sein Tagebuch: „Stadt und Küste in unserer Hand. Franzosen und Engländer sind weg.“ Tatsächlich gingen etwa 80.000 alliierte Soldaten, zum größten Teil Franzosen, in deutsche Kriegsgefangenschaft. 50.000 Fahrzeuge aller Art und anderes schweres Kriegsgerät wurden erbeutet.

Unter den britischen Truppenangehörigen, die zuletzt aus Dünkirchen evakuiert wurden, waren einige der 300 Frauen, die in Frankreich beim Auxiliary Territorial Service als Telefonistinnen dienten.

Flugzeugeinsätze

Der Hafen von Dünkirchen erlitt zwar schwere Schäden durch die deutschen Luftangriffe, aber für den Abtransport der Soldaten, besonders bei Nacht, blieb er weiter nutzbar. Die Bombenangriffe auf die Truppen, die von den Stränden evakuiert wurden, waren wenig erfolgreich, da die Bomben tief in den weichen Sand eindrangen und ihre Explosionen vom Sand stark gedämpft wurden. Es wurden aber auch viele erfolgreiche Angriffe auf Transportschiffe und Kriegsschiffe geflogen. Wären alle Luftangriffe auf die Transportschiffe konzentriert worden, wäre die Evakuierung von Dünkirchen wesentlich verlustreicher verlaufen. Wahrscheinlich sind Tausende bei den Bombardements ums Leben gekommen. Die deutschen Bomber erlitten bei ihren Angriffen auf die Schiffe viele Verluste durch die Flak der Kriegsschiffe.

Die alliierten Schiffsverluste bei der Evakuierung betrugen 226 Seefahrzeuge aller Art. Die meisten Schiffe gingen durch Luftangriffe verloren.

Die Royal Air Force tat, was sie für die Luftsicherung der Evakuierung tun konnte, aber sie hatte den Nachteil des langen Anflugweges über die Nordsee, der die Flugzeit ihrer Jagdflugzeuge, die zu der Zeit nur über eine geringe Reichweite verfügten, über den Kampfraum beschränkte, und sie war zahlenmäßig unterlegen. Einige Skua– und Roc-Jagdflugzeuge der Royal Navy, die über Dünkirchen Luftschutz flogen, wurden versehentlich von Spitfires und Hurricanes der Royal Air Force abgeschossen, da sie die ihnen unbekannten Flugzeuge für deutsche Maschinen hielten. Die Royal Air Force verlor 106 Jagdflugzeuge und auch die Royal Navy verlor Jagdmaschinen beim Einsatz über Dünkirchen, während die deutschen Verluste an allen Flugzeugtypen 132 betrugen. Davon wurden etwa 50–60 Maschinen von der Flak der alliierten Bodentruppen und der Flak der französischen und britische Kriegsschiffe abgeschossen.

Die Zahl der deutschen Jagdfliegereinsätze über Dünkirchen betrug genau 2000, bei einem Verlust von 37 Jagdflugzeugen, die Royal Air Force flog 1764 Jagdeinsätze über dem Kampfraum.

Ergebnis

Insgesamt 338.226 alliierte Soldaten konnten bei Dünkirchen nach England übergesetzt werden, darunter 85 Prozent des britischen Expeditionskorps, allerdings unter Zurücklassung fast des gesamten Materials. Auf dem Festland hinterließ die Evakuierung ein Gefühl des „Im-Stich-gelassen-Seins“. Kriegsmüdigkeit und der Wunsch nach baldiger Waffenniederlegung unter der Zivilbevölkerung und bei Militärs waren die Folge.

Die Schlacht um Frankreich („Fall Rot“) wurde nach der Einnahme von Dünkirchen fortgesetzt und endete am 22. Juni 1940 mit der Kapitulation Frankreichs. Bis dahin hatte die französische Marine tausende französische Soldaten, die aus Dünkirchen gerettet worden waren, wieder zum weiteren Kampf von Southampton nach Frankreich zurücktransportiert, und so gerieten diese Soldaten doch noch in deutsche Kriegsgefangenschaft.

In Großbritannien führte die erhöhte Invasionsgefahr zunächst zu einer Verschärfung der Defence Regulation 18B, in deren Ausführung politisch rechtsgerichtete Personen als Sympathisanten des Gegners verhaftet wurden. Archibald Maule Ramsay, weitere Abgeordnete sowie der US-Chiffrierer Tyler Kent wurden inhaftiert.

Die im Ergebnis unerwartet erfolgreiche Operation führte zu enormer Erleichterung. Die verlorene Schlacht wurde unter dem Ausnahmezustand durch die vom Ministry of Information gelenkte Presse wie ein Sieg gefeiert. Es wurde vom „Wunder von Dünkirchen“ gesprochen. Winston Churchill betonte in seiner berühmten Rede We Shall Fight on the Beaches vor dem Unterhaus, dass man mit einer Evakuierung keinen Krieg gewinnen könne.

Der Haltebefehl vom 24. bis 26. Mai wird von manchen Publizisten als kapitaler taktischer Fehler angesehen, von anderen als militärische Routine. Die Gefangennahme des gesamten britischen Expeditionskorps hätte die Kraft Großbritanniens, den Krieg gegen das Deutsche Reich fortzuführen, wohl entscheidend beeinträchtigt, da der Verlust dieses gut ausgebildeten Berufsheeres zum damaligen Zeitpunkt nicht hätte ersetzt werden können. Die Luftwaffe konnte Görings Ankündigung, die eingekesselten Truppen allein durch Luftangriffe zu vernichten, nicht erfüllen. Als Gründe dafür gelten eine Überschätzung der Möglichkeiten des Luftkrieges zum damaligen waffentechnischen Entwicklungsstand, eine meist tiefhängende Wolkendecke über Dünkirchen und die Gegenwehr der Royal Air Force.

Während der Schlacht um Dünkirchen kam es im umliegenden Gebiet am 27. und 28. Mai 1940 zu drei Massakern, die deutsche Truppen an Kriegsgefangenen und Zivilisten verübten: das Massaker von Le Paradis durch ein Bataillon des 2. SS-Totenkopf-Regiments (mot). unter Fritz Knöchlein, das Massaker von Vinkt der 225. Infanterie-Division an Bewohnern von Teilgemeinden von Deinze und das Massaker von Wormhout durch ein Bataillon der Leibstandarte SS Adolf Hitler unter Wilhelm Mohnke.

Siehe auch

Filme über die Schlacht von Dünkirchen

Literatur

Weblinks

Commons: Operation Dynamo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Beginn des Zweiten Weltkriegs | Geschichte Hitlers Blitzkrieg

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Am 1. September 1939 beginnt mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Zuvor wurde die Wehrmacht massiv aufgerüstet und die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt. Beim Überfall auf Polen wird die sogenannte Blitzkriegstrategie angewendet. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs schaltet die deutsche Luftwaffe schnell die Flugplätze des Gegners aus. Panzer und Infanterie können so schnell ins Land vorstoßen. Fünf Wochen nach Beginn der Kämpfe ist Polen besiegt. Das ist auch möglich, weil Polens Verbündete, Großbritannien und Frankreich, zwar Deutschland den Krieg erklären, aber nicht in den Konflikt eingreifen. Stattdessen geht der Zweite Weltkrieg im Norden Europas weiter. Hitler will verhindern, dass Großbritannien die norwegischen Häfen unter seine Kontrolle bringt, da sie so Zugang zu kriegswichtigen Ressourcen bekämen. Die Wehrmacht will sich diese Rohstoffe selbst sichern und überfällt im April 1940 Dänemark und Norwegen. Norwegen wehrt sich mit alliierter Hilfe, muss sich aber bald darauf ergeben. Der Zweite Weltkrieg geht am 10. Mai 1940 im Westen weiter. Um den französischen Abwehrwall, die Maginot-Linie, zu umgehen, rückt die Wehrmacht durch die Ardennen über Belgien und die Niederlande in Frankreich ein. Mitte Mai 1940 werden hunderttausende französische und britische Soldaten von der Wehrmacht bei Dünkirchen am Ärmelkanal eingekesselt. Doch Hitler stoppt den Angriff. Ein erster, entscheidender Punkt im Zweiten Weltkrieg. Denn das gibt den Briten Zeit einen Großteil der eingeschlossenen Soldaten nach England zu evakuieren. Ohne die britischen Verbündeten kann Frankreich nichts mehr gegen die Wehrmacht ausrichten. Am 22. Juni 1940 wird im Wald von Compiègne ein Waffenstillstand unterzeichnet. Die „Schmach von Versailles“ ist getilgt, jubelt die deutsche Propaganda. Hitler plant da bereits den nächsten Angriff. Der Zweite Weltkrieg soll jetzt auch nach England kommen. Die deutsche Luftwaffe beginnt dafür mit der Bombardierung von Militärstützpunkten auf der Insel. Doch die Luftüberlegenheit über England kann nicht errungen werden. So wird die Invasion zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben, später verworfen. Stattdessen muss Hitler seinem italienischen Verbündeten Mussolini beistehen. Der greift im Frühjahr 1941 in den Zweiten Weltkrieg ein und marschiert in Nordafrika und Griechenland ein. Allerdings stoßen die italienischen Truppen auf starken Widerstand der dort stationierten britischen Soldaten. Bei den Kämpfen um Nordafrika wird ein deutscher General berühmt: Erwin Rommel, der sogenannte Wüstenfuchs. In der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs kann die deutsche Wehrmacht große Gebiete Europas unter ihre Kontrolle bringen. Diese Erfolge blenden nicht nur Hitler sondern auch dessen Generäle. Deutschland ist scheinbar auf der Erfolgsspur.

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Redaktion (ZDF): Volker Erbert, Nicole Valenzuela

Quelle: de.wikipedia.org

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